(c) Andreas Kolarik

Welcome to Didis World

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Im Salzburger Einkaufszentrum Europark fühlt Didi Maier sich wohl. Hier betreibt er seine zwei Lokale und hier wurzelt sein Erfolg. Denn Didi Maier ist nicht nur Haubenkoch, sondern auch Fernsehstar und Werbebotschafter. Trotzdem ist der Salzburger am Boden geblieben: er weiß, dass Erfolg vergänglich ist; die Haubenküche ist eine harte Schule. Auf einem flotten Rundgang durch „seinen“ Europark zeigt er uns, worauf er im Leben stolz ist.

Text: Elisabeth Waxmund | Fotos: Andreas Kolarik

Didi Maier rast durch „sein“ Einkaufszentrum; es fällt mir schwer, Schritt zu halten; Köche stehen wohl auch in ihrer Freizeit unter Strom… Unser Ziel: die große Interspar-Filiale im Untergeschoss des Salzburger Shoppingtempels „Europark“ – Didi Maier will mir „etwas zeigen“.

Im Supermarkt angekommen schlendern wir nun etwas langsamer durch die Gänge, Maier beobachtet mich – scheinbar erwartet er irgendeine Reaktion. Worauf? Ich bin verwirrt. Bis er mir plötzlich ein ehrlich verzücktes „haaah!“ entlockt, als ich entdecke, worauf er so stolz ist: In der Küchenabteilung, in der wir uns gerade befinden, strahlt mich unübersehbar von zahlreichen Produkten Didi Maiers Konterfei an!

Mit demselben spitzbübischen Grinser, den er gerade jetzt aufgesetzt hat. Es gibt Didi-Pfannen, Didi-Töpfe („mit praktischen Löchern, die den Dampf entweichen lassen!“), Didi-Messer… „Alles eine Top-Qualität!“, untermalt das stolze Testimonial seine Worte mit Daumen-Hoch-Geste. Gemeinsam mit der Supermarktkette habe er die Haushaltslinie ausgedacht, designt und selbst auf ihre Küchentauglichkeit hin getestet; welche Gerichte sich am besten in den Didi Maier Töpfen und Pfannen kochen ließen, zeigt er überdies selbst vor – im eigenen Spar-Videoblog.

 

Didi Maier Pfannen und Töpfe | GASTWIRT | (c) Andreas Kolarik

„Des taugt ma volle!“, so Maier. Es ist nicht sein erster Job als Markenbotschafter: schon während seiner Ausbildung brachte er Produkte von Salzburgmilch bis nach Thailand und arbeitet auch heute mit vielen lokalen Unternehmen zusammen, etwa der Mikrobrauerei Gut Wildshut von Stiegl oder der Bergsteigermarke Napapijri. Sein neuestes „Baby“: eigene Didi Maier Emailtassen und Suppenschüsseln, die als Fanartikel in seinen Lokalen erworben werden können.

Wir schlendern gemütlich Richtung Ausgang – Didi biegt ‚zufällig‘ links ab – und wir landen direkt vor der Kühltruhe voll mit Didi-Maier-Produkten. „Mehr dürfen wir noch nicht verraten – Testphase“, schmunzelt Didi. „Schaut’s, da sind die Gewürzdoserl von der Johanna Maier.“ Er sagt es liebevoll, aber er spricht über sie nie als „meine Mama“ – spannend. Da muss ich doch gleich nachfragen…

Ob man sich innerhalb der Familie nicht die Quere käme, so als Testimonials? „Am Anfang war das schon eine Herausforderung für uns“, zwinkert er, „aber Spar passt da schon auf, dass unsere Marken gut abgegrenzt sind.“ Für Didi wäre es immer ganz wichtig gewesen, sich von der berühmten Mutter abzunabeln. Aha. Denn obwohl er schon als Kind in der Öffentlichkeit gestanden sei – „als Gastwirt-Kind bist‘ halt immer drauf auf allen Prospekten von den Eltern“ –, hätte er anfangs ein ziemliches Problem damit gehabt, stets mit der berühmten Haubenköchin verglichen zu werden: „Als ‚Kind von …‘ haben die Leute eine Erwartung an dich, obwohl sie dich gar nicht kennen. Das war nicht immer angenehm. Aber es hat auch meinen Ehrgeiz angefacht und ich hab‘ gewusst: Ich muss meinen eigenen Weg finden.“

 

Didi Mayer Bakery | GASTWIRT | (c) Andreas Kolarik

Und das ist Didi Maier gelungen: auf seinen Deal mit Spar ist er stolz, sein Lokal ‚Bakery‘ im Europark läuft super, genauso wie sein Flaggschiff ‚Didilicious‘, wo er täglich fünfhundert Gäste mit ‚smart kitchen‘ begeistert. „Das Konzept: Regional, Bio und gesund. Es gibt hausgemachte Rindssuppe, Vollwertnudeln, Hildegard von Bingen-Gewürze und alles so, dass es sich eigentlich jeder leisten kann!“ Haubenküche für ein breites Publikum also. Maier sieht in diesem Modell die Zukunft: „Ich kenne Topgastronomen in Österreich, in Holland oder zum Beispiel in Dänemark, die machen Hauben- oder Sterneküche auf der einen Seite und daneben Smart Food für alle. Philipe Kosta, der Koch des Jahres (…) zum Beispiel, oder der Döllerer – der hat fine-dining und dazu das Wirtshaus.

Ich finde, es ist ein guter Schritt: Weil wir Küche können.“ Der klassische Zenit – acht Plätze im Lokal, achtzehn Gänge – wäre auf lange Sicht nicht seines gewesen. Maier zuckt die Schultern. Vielleicht, weil er dort war und die volle Härte des Business kennen gelernt hat… .

„Manche Köche sind monomanisch“

Nach seiner Kochlehre im elterlichen Betrieb erkundet Didi die weite Welt. „Ich wollte lernen, ich hatte das Gefühl, da gibt es so viel, was ich noch nicht weiß!“ Er ist talentiert und fleißig, zieht von einem Land ins nächste und heuert immer beim besten Koch am Platz an. Etwa in Köln bei Dieter Müller – drei Sterne, vier Hauben. „Eine unglaubliche Leistung, da hinauf zu kommen und dort zu bleiben!“ Neben dem Handwerk lernt er vor allem eines: sich durchbeißen und aushalten. „Voller Einsatz, wenig Geld – das ist echt a Wahnsinn!“ Sechzehn, siebzehn Stunden am Stück wären praktisch die Regel gewesen, für heiße achthundert Euro – „Da fühlst dich dann irgendwann schon verarscht.“

 

Didi Maier Interieur | GASTWIRT | (c) Andreas Kolarik

Die Arbeitsbedingungen seien höflich gesagt „fragwürdig“ gewesen – das Highlight hätte er in Frankreich erlebt: „Wir haben unsere Mise en Place vorbereitet und ins Kühlhaus getan; wir Köche waren eigentlich gut miteinander und ich hab halt vom Kollegen aus Jux ein Stückl Brot stibitzt.“ Großer Fehler, französische Köche scherzen nicht – sie schaffen klare Fronten: „So schnell hab ich gar nicht schauen können, macht mir der den Zidane und bricht mir mit einem gezielten headbutt glatt die Nosn. Zack – und i siach nur mehr Sterndal!“ Maier lacht herzlich, seine Nase ist mittlerweile fesches Markenzeichen, er wirkt nicht traumatisiert.

Mittlerweile hätte sich die Sternegastro aber ohnehin radikal verändert – ausnahmsweise zum Positiven. „In den letzten fünfzehn Jahren hat sich viel getan, vor allem was den Ton in der Küche und den Umgang miteinander betrifft.“ Allerdings sei der Druck der gleiche geblieben – ein wesentlicher Grund für ihn, sich zu distanzieren. „Ich hab ein paar Kollegen erlebt, die zusammengebrochen sind – einer war Sous Chef, ganz jung – bum, Herzinfarkt. Oder ein anderer: verliert seine Haube und nimmt sich das Leben… Wenn du das zu sehr an dich heran lässt, wird es gefährlich. Deswegen hab ich für mich beschlossen, das brauch ich nicht.“

Ich zeige mich erstaunt – hat er nicht im Didilicious eine Haube erkocht? „Ja schon, aber bei einer wirst no ned deppat!“ lacht er über’s ganze Gesicht. Gott-sei-Dank, der fröhliche Didi ist zurück.

Wir stehen noch immer mitten im Spar – umringt von der Didi-Armee auf Plakaten, Preisschildern und Aufstellern. Didi zupft an einem Preisschild, das sich gelöst hat. „Erfolg ist schön, aber ich hab das nie so verbissen verfolgt – das ist irgendwie passiert. In der Ausbildung haben die einen Drogen genommen, die anderen haben gesoffen, damit sie den Wahnsinn durchdastehen. I bin furtganga und hob Dirndl kenneng’lernt – dazu hob i nix nemma miassn!“

Sein „Dirndl“ hat er in Ehefrau Christina gefunden. Sie gibt ihm nicht nur menschlich Rückhalt und erdet ihn, sondern ist auch seine Managerin. „Die Christina und die Kinder sind es, die mich heute im Zaum halten.“ Was jetzt vielleicht noch nötiger wäre, als früher. Denn viele ‚Stars‘ überschätzten den Hype um ihre Person. „Die kaufen sich dann von ihrer ersten Gage einen Porsche oder eine Rolex und glauben, es wird ewig so weiter gehen…“

Ausgemachter Blödsinn, ist Didi überzeugt – Erfolg sei vergänglich, das würde er sich täglich bewusst machen. „Weil wenn dir das klar ist, dann hast die Chance, etwas Nachhaltiges aufzubauen, etwas, das dich überdauert.“

Jetzt arbeitet er einmal heftig daran, sich eine solide Fangemeinde aufzubauen und seinen Ruf zu festigen. „Überall wo Didi Maier drauf steht, ist super Qualität drin, das sollen die Leut‘ verinnerlichen.“ Er scheint gut am Weg zu sein, 26.000 Follower auf Instagram; Foodies aus ganz Österreich, die in sein Lokal Didilicious pilgern – für ein Selfie mit dem Chef. Didi Maier geht die Sache systematisch an – sein letzter Schachzug: Eine Kochshow im österreichischen Privatfernsehen. Eine Rolle, in die er erst hineinwachsen musste, wie er gesteht. Aber mittlerweile fühle er sich im Studio schon fast daheim…

 

Didi Maier | GASTWIRT Titelstory | (c) Andreas Kolarik

TV-Koch mit Tiefgang

Wir haben die Didi-Konterfeis im Spar hinter uns gelassen und es uns in der Bakery zum Interview gemütlich gemacht. Didi Maier bestellt zwei Buddah-Bowls, eine Köstlichkeit mit frischen Früchten – alles Bio. Seine steht nur für’s Foto da – er rührt sie nicht an. Keine Zeit zum Essen – so schnell wie er gehen kann, spricht er nämlich auch. Ich komme noch einmal auf die Fernseh-Show zurück, wie war das so beim ersten Mal?

„Boah, da war ich nervös! Für mich war klar: Wenn du das jetzt nicht gut machst, bist du wieder weg vom Fernsehen, du hast nur eine Chance.“ Schon das Casting wäre eine ungewohnte Herausforderung gewesen – man suchte einen Partner für Alexander Kumptner, zuletzt Küchenchef in der Albertina Passage und bereits einschlägig fernseherfahren. Gemeinsam sollten sie „Die Kochgiganten“ im Österreichischen Privatfernsehen moderieren. „Es gibt so viele Haubenköche in Österreich, warum fragen die ausgerechnet mich, warum den Didi Maier vom Europark?“

Die Frage hätte man ihm bis heute nicht beantwortet, lacht er, aber scheinbar hätten die gewusst, was sie tun. „Ich war richtig nervös, bin da reingegangen, verkabelt worden – alles dauert irrsinnig lang, da brauchst echt viel Geduld. Und dann sind da zehn Kameras rund um dich und sonst siehst nix, die sitzen alle hinten in der Regie. Ich hab mir nur gedacht, hoffentlich denken sich die nicht: Oida, was für ein Quatschkopf!“ Wenig überraschend legt sich Maiers Nervosität in dem Moment, wo er zu kochen beginnt. Er ist in seinem Element und das sieht man in der Sendung.

„Mittlerweile läuft’s wie von selber und ich find’s auch nicht mehr seltsam, mich selber im Fernsehen zu sehen!“ Er hätte auch Glück gehabt, dass ihn die Regie recht sympathisch rüberkommen ließe. „Die entscheiden, ob du der Witzbold sein darfst, oder die Arschgeige geben musst – da hast wenig Einfluss drauf.“

Die „Kochgiganten“ sind jedenfalls gut angekommen und so läuft aktuell bereits Didis zweites Fernsehprojekt: „Das jüngste Gericht“. Hier kochen Kinder zu verschiedenen Themen um die Wette. „Die Sendung ist im Moment das, was mir am allermeisten Spaß macht. Mit den Kids ist das einfach cool!“

Didi Maier und das Fernsehen – ein Dream-Team für die Zukunft? „Mir taugt’s voll, ich kann mir schon vorstellen, mehr zu machen.“ Es gibt auch schon ein paar Formate, von denen er heimlich träumt – aber laut aussprechen will er seine Träume noch nicht. „Ein bisschen sexy, mit Kochen – so was Ähnliches gab es schon einmal, aber ohne Kochen.“

Mehr will er noch nicht verraten. In ein paar Jahren wolle er jedenfalls etwas Sinnstiftendes machen, ein Entwicklungshilfeprojekt schwebe ihm da vor. „Ich arbeite daran, meinen Namen so aufzubauen, dass ich meine Popularität dann nutzen kann, die Welt ein bisschen besser zu machen. Aber damit dir da wer zuhört, musst du vorher was erreicht haben, sonst interessiert das niemanden… .“

Ich betrachte versonnen die beiden Logos auf der Speisekarte, das Merchandisingregal, denke an die Maier-Produktline unten im Spar…. „Nein, nein.“ Schmunzelt Didi Maier „Das ist alles recht nett, aber da hab ich noch einen weiten Weg vor mir. Johanna Maier sagt immer: ‚Wer glaubt etwas zu sein, hört auf etwas zu werden‘ – davon bin ich überzeugt.“ Es entsteht ein kurze Pause, es fühlt sich seltsam an, wenn Didi einmal nichts sagt. Plötzlich setzt er seinen breitesten Grinser auf: „Wenn man wirklich was Großes schaffen will, muss man zu hundert Prozent an sich glauben. So wie beim Hahnenkammrennen. Wenn du da mitfahren willst, musst du da oben stehen und dir denken „Na sicher gewinn ich das!“ – und erst dann fahrst da runter!“

Maier bleibt aber weiter selbstkritisch. Unternehmerisch, so meint er, hätte er bisher noch viel mehr aus Didilicious herausholen können; Franchise zum Beispiel. „Aber für Ökonomie bin ich zu sehr Qualitätsmensch – und auch mein Tag hat nur 24 Stunden.“ Und dass die für ihn fast schon zu kurz sind, stimmt ihn ein wenig traurig; Freizeit? Fehlanzeige. Die wenigen Stunden, die er sich freischaufelt, sind dann ausschließlich für die Familie reserviert. Glücklicherweise läuft Didilicious aber auch, wenn er hier nur noch zwei Mal in der Woche selber kocht. Morgen, so erzählt er, müsse er nämlich wieder nach Wien für Fernsehaufzeichnungen. „Ich bin gerne in Wien, weil in Salzburg sind die Möglichkeiten für einen Gastronomen irgendwann ausgeschöpft…“

Ich werde hellhörig: ist das etwa der nächste große Schritt auf dem Weg zur gastronomischen Weltherrschaft des Didi Maier? Er grinst und wendet seinen Blick verschwörerisch von mir ab. Freudig deute ich das als positives Zeichen. Lassen wir uns überraschen…

Didi Maier und seine Buddha Bowl | GASTWIRT | (c) Andreas Kolarik

Das Making-Of zur Titelstory gibt es hier zu sehen

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