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Drucksorten: Sondermüll, oder kann das weg?

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Ihre Hotelprospekte, das Gästemagazin, das vorbedruckte Briefpapier – schöne Drucksorten verbinden uns mit unserem Gast, sie zeigen wer wir sind, verleihen unserem Betrieb Persönlichkeit. Ja, klar entsteht Müll, aber Papier kann man ja recyclen, also kein Problem, oder?

Aber: Hand auf’s Herz – wussten Sie, dass Zellophanierungen, Teillackierungen oder Metallic-Effekte ganz schnell aus „kein Problem“ Sondermüll machen? Professor Michael Braungart thematisierte diesen Punkt in seinem Vortrag am ÖHV-Kongress und einige Hoteliers reagierten sehr betroffen. Viele signalisierten, sie würden gerne mehr darüber wissen.

Der GASTWIRT hat Doris Wallner-Bösmüller von Bösmüller Print-Management befragt, welche Fragen Sie Ihrer Druckerei stellen sollten, wenn Sie sicher gehen möchten, dass Ihre Hoteldrucksorten nicht nur schön anzusehen, sondern auch gut für die Umwelt sind.

Liebe Doris Wallner-Bösmüller, im Vortrag von Herrn Dr. Braungart ist das Stichwort „Cradle-to Cradle“ gefallen. Was heißt das?

Der Begriff wurde als Alternative zum schon etwas überstrapazierten „Nachhaltigkeit“ erfunden. Das Prinzip „Cradle-to-Cradle“ symbolisiert den perfekten Kreislauf vom Rohstoff – Baum, über das Produkt – Papier, zurück zur Natur – dem Rohstoff. Perfekt ist dieser Kreislauf natürlich erst, wenn er ohne schädliche Emissionen auskommt und in seiner Gesamtheit die Umwelt bereichert. Daraus ergibt sich logisch, dass „Cradle-to-Cradle“ keine einmalige Bemühung sein darf, sondern eine Sammlung darstellt aus einer ganzen Menge von Initiativen und Nachhaltigkeitsbestrebungen. 

Die niederösterreichische Druckerei Gugler hat sich diesen Begriff übrigens mittlerweile markenrechtlich geschützt.

Und wie kommunizieren dann die anderen Druckereien ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen nach außen?

Es gibt da eine ganze Reihe von Umweltzertifikaten, bei denen es um dieses Ressourcen-Bewusstsein und um kreislaufwirtschaftsrelevante Faktoren geht. Die meisten werden branchenübergreifend vergeben, an Betriebe, die sich bewusst um diese Aspekte des eigenen Wirtschaftens kümmern wollen und die bereit sind, laufend daran zu arbeiten.  

Ganz wichtig für die Druckbranche sind Zertifizierungen wie FSC oder PEFC, das Österreichische Umweltzeichen und EU Ecolabel. Ich bin sehr stolz, dass wir bei Bösmüller viele „Cradle-to-Cradle“-Faktoren abdecken und eine der ersten Druckereien mit ressourcenschonender und ökologischer Produktion sind.

Was ist mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert?

Damit ist zertifiziert, dass wir nur umweltfreundliches Papier verwenden und Toner, sowie Druckfarben, die sich beim Recycling nachweislich vom Altpapier ablösen lassen. Es sind nur Folien und Klebstoffe erlaubt, die diese Kriterien ebenfalls erfüllen. Leider lässt sich der Einsatz von Substanzen, die die Gesundheit belasten und auch an der Bildung des bodennahen Ozons beteiligt sind, nicht ganz verhindern – die erlaubten Mengen sind allerdings sehr beschränkt. Papier, das mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert ist, muss jedenfalls umweltfreundlich hergestellt sein, also zum Beispiel zur Gänze aus Altpapier bestehen. Papier für Zeitungen und Magazine wird aus Holz produziert, das muss aber zu fünfzig Prozent aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. 

Für sämtliche Papiersorten gelten strikte Vorgaben für den Einsatz von Chemikalien – Luft und Wasser dürfen nur minimal belastet werden, die Grenzwerte sind im internationalen Vergleich sehr, sehr niedrig. Für mich ist das Österreichische Umweltzeichen ein sehr wichtiges Label, auf das ich mich auch privat verlasse, wenn ich wissen möchte, ob ein Produkt umweltverträglich hergestellt wurde. 

Das Äquivalent auf europäischer Ebene ist übrigens das „EU-Ecolabel“. Es ist ein grenzüberschreitendes Umweltgütesiegel, um im gemeinsamen europäischen Markt eine einheitliche Kennzeichnung für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Bösmüller ist auch nach diesen Normen zertifiziert.

Wie kann ich als Hotelier also sichergehen, dass auch meiner Druckerei Nachhaltigkeit am Herzen liegt und meine Drucksorte nicht in Wahrheit Sondermüll ist?

Wenn Sie aktiv nachfragen, welche Umweltzertifikate im jeweiligen Druck-Unternehmen etabliert sind, signalisieren Sie als Auftraggeber, dass Ihnen das ein wichtiges Anliegen ist. Und je nachdem, wie Ihr Gegenüber die Frage beantwortet, sehen Sie dann, wie ernst es diesem Betrieb tatsächlich ist, nachhaltig umweltfreundlich zu produzieren. Wir bei Bösmüller Print Management drucken nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens beziehungsweise des EU-Ecolabels und zwar ausschließlich auf FSC-, oder PEFC-zertifiziertem Papier.  Damit sind Drucksorten, die Sie von uns beziehen unter keinen Umständen Sondermüll, sondern ökologisch in höchstem Maße verantwortungsvoll produziert. 

Dafür stehe ich persönlich und besonders stolz bin ich, dass wir ausschließlich klimaneutral produzieren!

Was genau heißt „klimaneutral“ in diesem Zusammenhang?

Egal, was auf der Erde produziert wird – es wird CO2 mitproduziert, und das wird in die Atmosphäre abgegeben. Das beginnt bei der Herstellung und Anlieferung der Rohstoffe, geht über den Strom, den ich von der Druckvorstufe bis hin zur Endfertigung verbrauche und die Liste lässt sich über die Auslieferung des Endprodukts bis zurück in alle Teilbereiche des unternehmerischen Wirkens erweitern: Fahrten zum und vom Office aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Gebäudeinfrastruktur, Dienstreisen ...

Jetzt gibt es ja seit längerem die Möglichkeit, die CO2 Emissionen für ein Unternehmen, ein Produkt, eine Dienstleistung zu ermitteln und mittels sogenannter „Zertifikate“ gegen einen gewissen Geldbetrag abzulösen. Das heißt, der entsprechende Fußabdruck wird ermittelt und neutralisiert, indem in derselben Höhe die Entwicklung von Umwelttechnik gefördert wird.

Uns war das nicht genug, also haben wir die Initiative „Bösmüller-for-Climate“ ins Leben gerufen und uns zu allererst einmal angesehen, wie unser eigener CO2 Ausstoß aussieht. Dann haben wir mit Hilfe unserer Kompetenzpartner aus dem Netzwerk der Klima-Allianz des Senats der Wirtschaft unsere Emissionen bestmöglich reduziert: Wir sind zum Beispiel mit dem gesamten Betrieb auf Ökostrom und klimaneutrales Gas umgestiegen, haben ein paar Lieferanten gewechselt und legen seither den Fokus darauf, vermehrt mit Betrieben zusammen zu arbeiten, die ähnlich umweltbewusst sind wie wir. 

Natürlich haben auch wir einen unvermeidbaren Rest-CO2-Ausstoß – den gleichen wir wie oben beschrieben aus. 

Abgesehen von uns als Betrieb und der Umwelt, die davon profitiert, haben auch Sie als Kundin, als Kunde durch unsere Bemühungen zwei große Vorteile: Sie haben keinen Aufwand in der Erhebung Ihres durch Druckproduktionen verursachten Co2 Ausstoß und Sie sparen den dafür zu entrichtenden Betrag für die Kompensation – das haben wir bereits für Sie getan. Auf Wunsch erhalten Sie dafür Ihr persönliches Print Co2 Neutral-Zertifikat ausgestellt. 

Fazit: Bösmüller ist das erste und bislang einzige komplett klimaneutral agierende Printproduktionsunternehmen Österreichs – und das garantieren wir durch das Label „Bösmüller-for-Climate“!

Abschließend: Was muss ich als Hotelier also genau bei meiner Druckerei in Auftrag geben, bzw. wie muss ich  meinen Auftrag spezifizieren, damit ich eine klimaverträgliche Drucksorte bekomme?

Bei uns müssen Sie gar nichts mehr tun, denn jede Produktion ist durch die Bösmüller-for-Climate-Initiative automatisch klimaneutral. Auf Wunsch kennzeichnen wir ihre Drucksorte auch gerne mit dem entsprechenden Label.

Wenn Sie mehr wissen möchten, bekommen sie von uns jederzeit auch Auskunft über zusätzliche Umweltlabels. Unsere Berater wissen über alle technischen Details Bescheid, zum Beispiel, wenn Sie Sonderwünsche haben, was Papier, Druckfarben, Klebstoffe, Kaschierungen oder Folierungen betrifft – es gibt schon fast überall auch umweltverträgliche Varianten.

Vorkenntnisse brauchen Sie – bei uns – keine. Guter Druck beginnt bei der Beratung.

Kurz gesagt: Wenn ich umweltverträglich produzieren will, muss ich auf gar nichts (mehr) verzichten, sondern nur bewusst wählen – Materialien, Verarbeitung, Veredelungen und auch die Druckerei, also meinen Produktionspartner. Unser aller Ziel sollte sein, mit den Rohstoffen, die uns die Natur zur Verfügung stellt, verantwortungsvoll umzugehen. Dazu müssen Konsumenten und Produzenten zusammenarbeiten und wenn wir das tun, wird jeder von uns merken, wie viel weniger wir für dasselbe Ergebnis einsetzen müssen und wie viel wir rückführen und erneuern können! Diese Bemühungen geben uns vielleicht zunächst nur ein gutes Gefühl, aber sie wirken sich ökologisch aus und irgendwann auch ökonomisch. Die Preisunterschiede sind jetzt oft schon viel geringer, als man glaubt - manches ist sogar günstiger! 

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