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Kärnten, deine Barkultur

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Mit den „Cocktailtagen“ hat Thomas Domenig ein Vorzeigeprojekt auf die Beine gestellt: als Genussbotschafter bringt er Barkultur und Kulinarik zusammen, bietet der heimischen Mixologenszene eine Plattform und bereichert die Tourismusregionen rund um den Millstätter- und Weissensee mit seiner Veranstaltung. Seine Mission: „Die Gäste, aber auch die Mitarbeiter und Saisoniers sollen erleben, was alles möglich ist – und dass eine Barkarte viel mehr bieten kann, als Hugo, Aperol Spritz und Gin Tonic!“ Ein Lokalaugenschein.

Text: Elisabeth Waxmund

Döbriach am Millstättersee: Der Mann an der Bar des „Postskriptum“ im Hotel Post fällt Sandra sofort auf. Er sieht nicht aus wie die anderen Gäste: Seine Jeans sind echt Vintage – aus einer Zeit, wo es „used“ noch nicht zu kaufen gab. Das Brillengestell ist ebenfalls original Achtziger – richtig cool, findet Sandra. Unter einer Bomberjacke scheinen die vielen Tattoos geradezu hervorzukriechen – bis zu den Fingerspitzen … „Ein Whiskey Sour bitte!“ Neugierig beobachtet Sandra von ihrem Barhocker aus, wie Barkeeper Andi den Mund verzieht und dann langsam den Kopf schüttelt. „Kann ich nicht!“, murmelt er bedröppelt. „Darf ich selber?“, fragt der Fremde, schwingt sich zu Andi hinter die Bar und schüttelt ihm herzlich die Hand. „Hey – Guy von ‚The Duke Gin‘ aus München! Ich bin morgen bei der Mixkulinarik dein Partner!“

Sandra staunt und auch ihre Freunde, Stefan und Michi beobachten gebannt, wie Guy – Irmhof-Britt mit vollem Namen – Andis Shaker mit Whiskey, Zuckersirup und frischem Zitronensaft befüllt. Er grinst: „Ist ganz leicht, merk dir 5 – 3 – 2. Fünf Zentiliter Whiskey, drei Zitronensaft und zwei Zuckersirup. Das funktioniert mit allen Spirits, ganz easy!“ Sandra und ihre Freunde rutschen schon fast von ihren Hockern, so intensiv verfolgen sie die Szene. „Andi!! Können wir das auch bestellen?!“, fasst Stefan sich ein Herz und Sandra erkundigt sich noch schnell, ob der Drink auch mit Amaretto geht. „Klar!“ Statt wie üblich Whiskey Cola, trinken Stefan und Michi nun also Whiskey Sour, Sandra schwärmt den Rest des Abends von der Finesse ihres Amaretto-Sour und gemeinsam quetschen die drei den Münchner Barkeeper aus wie die fünfzehn Zitronen, die an diesem Abend noch in diversen Sour-Kreationen landen werden ...

So gingen die Cocktailtage also erfolgreich los, bevor sie überhaupt gestartet waren … Bereits zum vierten Mal fand Thomas Domenigs Herzensprojekt heuer im Juni statt.
Thomas Domenig kann man nicht übersehen, beinahe zwei Meter ist er groß – ideal, um die diversen Locations seiner Cocktailtage immer im Blick zu haben. Beim Opening im Blumenpark erzählt er: „Es schien mir dringend notwendig, Spirituosenkompetenz und Bar-Know-how nach Kärnten zu bringen, weil…“ Domenig lässt den Blick über die Cocktailstände schweifen, vor denen sich langsam kleine Warteschlangen bilden. Er ringt um die passenden Worte, um zu erklären, warum die Barkultur in seiner Heimat manchmal ein bisschen „hinten nach“ wirke. „… weil die Hersteller keinen Markt sehen.

In den kleinen Orten sind die Marketingaktivitäten also gleich Null.“ Was heißt, dass es auch keine Informationen zu aktuellen Barthemen gibt, keine Bemusterungen und am Ende des Tages – keine guten Drinks ... Im Frühjahr 2016 konkretisiert sich Domenigs Vision: „Da muss eine wirklich tolle Veranstaltung her!“ Und er bringt das Kunststück fertig, durchzuhalten, bis alle überzeugt sind, deren Unterstützung er braucht. „Jetzt sind die Cocktailstände am Weissenseer Wochenmarkt und die große Abschlussveranstaltung öffentliche Programmpunkte, auf die die Leute schon warten“, freut er sich. „Heuer haben wir den Schlussevent sogar von der MS-Alpenperle in einen gemütlichen Stadl verlegt, damit er sicher stattfinden kann – weil wir dem Wetter nicht getraut haben!“ Das Herzstück der Cocktailtage sei allerdings von Beginn an die „Mixkulinarik“ gewesen: „Hotels, die da teilnehmen, bieten an bestimmten Terminen mehrgängige Abendmenüs mit einer ausgeklügelte Cocktailbegleitung an. Dabei übernimmt jeweils eine Spirituosenmarke die Schirmherrschaft und ein internationaler Barkeeper kreiert die Drinks und mixt vor Ort.“

Top-Brands wie Thomas Henry, Tanqueray, Elijah Craig, Hendrick‘s oder Plantation sind mittlerweile Fixstarter bei den Cocktailtagen, sehr stolz ist Domenig aber, dass er auch immer mehr exklusive, wenngleich weniger bekannte Hersteller für die Idee begeistern kann, wie zum Beispiel die Südtiroler Brennerei ‚zu Plun‘.
Florian Rabanser, Brennmeister von zu Plun, steht am nächsten Tag höchstpersönlich hinter der Freiluftbar auf der Terrasse des Naturparkhotels Leonhard am Weissensee.

Die frisch gemähte Wiese hinter ihm duftet frühsommerlich, ein Traktor tuckert den Feldweg hinauf und der Weissensee mit der Tratten im Hintergrund runden die einmalige Kulisse ab. Fast feierlich platziert Rabanser seinen Aperitif aus Blauburgunder Grappa, Früchtetee und Sekt in der Mitte der Theke. Das funkelnde Rubinrot lässt die grüne Wiese dahinter noch intensiver grün leuchten. Cocktailshaker – Eisschaufel – Sektflasche – Thymianzweigerl – Limettenscheibe und retour: Die Hände von Bartender Jonas Oberrauch wirken zeitweise verschwommen, so schnell flitzen sie von einem Gegenstand zum nächsten.

Dabei strahlt der Zweiundzwanzigjährige diese unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus, die den echten Profi auszeichnet. Eigens für die Cocktailtage hat er seinen Arbeitsplatz von der Stadtbar in Wien an den Weissensee verlegt. Gemeinsam mit Küchenchef Josef Schwager hat er das Cocktailmenü zur Mixkulinarik im Hotel Leonhard zusammengestellt. Aus mehreren Gründen eine spannende Aufgabe: „Ja, der Josef und ich mögen es gern perfekt – mit Perfektionismus zum Quadrat musst erst einmal umgehen lernen“, grinst Oberrauch. Beim Foodpairing mit Cocktails läge die Herausforderung außerdem darin, Cocktail und Gericht gleichberechtigt zu behandeln, erklärt er uns. „Welcher Cocktail passt zur kräftigen Consommé mit Bärlauch Ravioli? Wie schaffen wir es, die Lachsforelle nicht im Rum zu ertränken? Und wie können wir die Heu-Noten vom Roastbeef in einen Drink übersetzen?“ Die Übung gelingt grandios: Nach dem Dinner wird Hotelier Nicola Müller mit Komplimenten für den Abend überhäuft! Strahlend von einem Ohr zu anderen holt er Oberrauch und Rabanser vor den Vorhang: „Danke Burschen, ihr seid’s echte Künstler!“

Knapp zwanzig Veranstaltungen in fünf Tagen – wie gelingt es, alle Programmpunkte zu schaffen? „Ihr müsst’s einfach wiederkommen…“, grinst Thomas Domenig schelmisch. Also tragen wir den nächsten Termin schon jetzt im Kalender ein: Vom 3. bis 4. Jänner und vom 9. bis 13 Juni 2020
gehen die Cocktailtage am Weissensee in die nächsten beiden Runden!

www.cocktailtage.at

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