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Ciao, Margherita, amore mio!

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Pizza ist Pizza ist Pizza? Weit gefehlt! Die einen lieben es neapolitanisch – mit dünnem Teig und den typischen großen Blasen, die anderen präferieren dicken Boden American Style, wohingegen die dritte Fraktion sich klar für das Mittelding ausspricht – das, was der Österreicher unter Pizza versteht. Für jede Stimmung und jeden Gaumen gibt es sichtlich die richtige Pizza – dessen sind sich auch die Hersteller bewusst, was die Fülle an TK-Produkten für die Gastronomie beweist. Welche Pizza den Geschmack Ihrer Gäste am besten trifft, müssen Sie selbst entscheiden – für Ihren Überblick hat der GASTWIRT schon einmal vorgekostet!

Test: Elisabeth Waxmund | Fotos: Martin Ögg

Mitte Juli, dreißig Grad im Schatten, der Pizzaofen wärmt – wir haben uns den idealen Tag ausgesucht, um in Peter Seidls Pizzeria Fiorino Pizza zu verkosten. Allerdings nicht primär die handgeschwungene vom Hausherrn, sondern – TK-Ware. Genauer: Convenience-Produkte verschiedener Hersteller, die exklusiv für die Gastronomie produzieren. „Schnell, einfach und in gleichbleibender Qualität“, lautet da die Devise und eines vorweg: die Qualität ist durch die Bank hoch.

Pünktlich findet sich die fünfköpfige Jury ein: Luigi Barbaro junior von der Pizzeria Regina Margherita im ersten Bezirk; Martin Turini vom italienischen Spezialitätenhändler buratti; Peter Seidl selbst und GASTWIRT online-Redakteurin Anna-Lisa Grohs sowie Chefredakteurin Astrid Minnich.

Verkostet wird – aufgrund der besten Vergleichbarkeit – Pizza Margherita; im Kühlhaus auf ihren Einsatz warten Produkte von bindi Deutschland, Pizza&Baguette, o-sole-mio und Resch&Frisch, und Vandemoortele, womit der heimische Gastro-Pizzamarkt weitestgehend abgedeckt ist. Leider mussten wir die „Focaccia Pizza Margherita“ von Vandemoortele rückwirkend aus der Bewertung nehmen – „gar nicht schlecht, aber überhaupt nicht vergleichbar mit den anderen Produkten“, war sich die Jury einig. Beim nächsten Focaccia-Test ein Fixstarter – versprochen!

Die Vorbereitungen dauern ein wenig – alle Produkte sollen den Verkostern schließlich neutral präsentiert und vom ortsansässigen Pizzabäcker Abd el Shafy Abd el Rhman – kurz Abdu – fachgerecht zubereitet werden. Damit die bestmögliche Vergleichbarkeit besteht, drücke ich Abdu als unabhängige Versuchsleiterin ein Briefing mit Temperatur und Backzeit für jede Pizza in die Hand. Doch er winkt ab: „Du musst reinschauen, dann erkennst du, wenn die Pizza perfekt ist!“ Sein Cipone Ofen ist aber auch der Ferrari unter den Pizzaöfen ... Ich bitte Abdu, sich trotzdem weitestgehend an die Anleitungen der Hersteller zu halten – schließlich soll der Test so realitätsnahe wie möglich ablaufen. Und die Testpizzen so bei der Jury ankommen, wie sie auch in Ihrem Betrieb aussehen und schmecken würden.

Prompt entspinnt sich ein kleines Gespräch über diverse Vorurteile gegenüber TK. „Ob im Hotel oder in der Nachtgastronomie, in der Hüttengastro oder im Kaffeehaus – Convenience Ware unterscheidet sich stark von der TK-Pizza, die Sie als Endverbraucher im Supermarkt kaufen. Vergessen sie also bitte, was Sie zu ‚Fertigpizza‘ in Ihrem Geschmacksgedächtnis gespeichert haben“, rät einer der Vertriebsmitarbeiter eines Herstellers, der es sich nicht nehmen ließ, persönlich zu liefern. Ob das mit dem „Vergessen“ so auf Zuruf funktioniert, wird sich weisen; grundsätzlich sind unsere Jurymitglieder einig, dass TK-Ware schon sehr hochwertig sein kann – Ultraschockfrosten sei Dank…

Was für die Jury eine gute Pizza auszeichnet, möchte ich wissen und sofort meldet sich Luigi Barbaro zu Wort: „Die Zutaten sind das wichtigste – woher das Mehl, der Käse, die Tomaten kommen und dass die Qualität passt!“ Gute Qualität sei vor allem am Teig bemerkbar: „Der braucht eine gewisse Leichtigkeit, er muss gut aufgegangen sein. Und dann mag ich ihn dick und knusprig, aber die Sauce muss auch noch deutlich spürbar sein.“ Martin Turini ergänzt, dass eine gute Pizza nie schwer im Magen liege: „Oft wird der Gärungs- bzw. Reifeprozess falsch gehandhabt, die Hefe bekommt nicht genug Zeit und dann liegt das wie ein Stein im Magen... Wenn es richtig gemacht ist, hat jede Pizzaart ihre Berechtigung – dick, dünn oder American Style. Hauptsache, der Teig ist fachgerecht produziert, dann ess‘ ich Pizza gerne auch einmal sonntags zum Frühstück!“

Peter Seidl bricht eine Lanze für guten Belag. Insbesondere der Käse ist ihm ein Anliegen, speziell bei der Margherita: „Ich mag die gute Mischung. Mozzarella aus der Lake lässt die Pizza oft matschig werden, deshalb mische ich bei meinen Pizzen Gouda mit Mozzarella.“ Und Astrid Minnich ergänzt als Bewertungskriterium: „Bei der Auflage müssen die Komponenten klar erkennbar sein – wenn alles ein Brei ist, schicke ich die Pizza zurück!“ Beim heutigen Pizzatest keine Option! Spannend auch die Meinung von GASTWIRT-online Expertin

Anna-Lisa Grohs, die findet, dass bei Pizza ruhig mit zweierlei Maß gemessen werden kann: „Wenn ich mit Freunden in eine Pizzeria gehe, erwarte ich schon, dass die Pizza hausgemacht ist. Wenn ich aber zum Beispiel abends am Heimweg bei einem Take-Away Stand eine Pizza mitnehme oder im Hotelzimmer noch Hunger bekomme, finde ich TK-Ware schon okay.“

Luigi Barbaro stimmt ihr lachend zu: „Klar wäre es undenkbar, wenn wir in der Regina Margherita Fertigpizza servieren würden – nach dem Fortgehen schieb ich mir aber schon manchmal eine ins Rohr!“ Auch Peter Seidl lässt TK-Ware unter gewissen Umständen gelten – sogar im eigenen Lokal: „Wir machen alles selber, nur beim glutenfreien Teig stoßen wir klar an unsere Grenzen. Das habe ich probiert, aber das Ergebnis hat den Aufwand nicht gerechtfertigt.“ Also hätte er fleißig recherchiert und nach langem Suchen einen Anbieter gefunden, dessen glutenfreien Pizzaboden er guten Gewissens servieren könne. „Ich sage dazu, dass diese Pizza nicht im Haus produziert ist, fertig. Es hat mir bis jetzt kein Gast übel genommen.“ Praktisch auch, dass der Pizzaboden gleich in der Alutasse geliefert würde, dadurch bestünde auch beim händischen Belegen keine Kontaminierungsgefahr durch Weizenrückstände! Martin Turini pflichtet bei: „Aufwand und Ergebnis müssen in Relation stehen!“

So, nun aber genug theoretisiert – der Test geht los! Abdu holt die erste Pizza aus seinem Cipone. Saftig die Tomatensauce, der Käse schön gebräunt, der Teig wirft leichte Blasen – Abdu ist eben ein Profi! Hungrig macht sich die Jury, bewaffnet mit Stiften und Tellern, über eine Pizza nach der anderen her. Beim Bewerten herrscht absolute Stille – akribisch halten die Tester ihre Notizen hinsichtlich Optik und Geschmack – Teig, Käse, Sauce, Gewürze – fest. Wenn sich am Ende alle über eines einig sind dann: „Pizza ist nicht gleich Pizza!“
Fazit: Es gab große Unterschiede zwischen den Produkten, aber auch völlig verschiedene Wahrnehmungen durch die Juroren. Manche Produkte polarisierten richtig, aber jedes fand seine Fans.

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Resch&Frisch Pizza Italiana

Bezug: Über den Resch&Frisch Gastrovertrieb
Liefereinheit und Preis: Sortenrein im 8er Karton,
Stückpreis rund € 3,40
Das sagt der Hersteller: „Die Pizza Italiana eröffnet, wie der Name bereits verrät, den original italienischen Genuss und bringt das mediterrane Lebensgefühl mit jedem Bissen ein Stück näher. Der Teig ruht bis zu 18 Stunden, wodurch sich sein wertvoller Geschmack entfaltet und eine besonders lockere Porung entsteht. Zudem wird die Pizza nach traditioneller Handwerkskunst mit hochwertigen Rohstoffen hergestellt, wie Tomaten aus der Emilia Romagna und Mozzarella Julienne.“
Zubereitung lt. Hersteller: Im eigenen Resch&Frisch Spezialgerät gelingt die Zubereitung optimal. Das Programm ist auf das Produkt abgestimmt und dauert rund 6 Minuten.
Test-Fazit: Eine Pizza gegen den Hunger! Diese Pizza ist tadellos, hinterlässt jedoch nicht wirklich einen bleibenden Eindruck bei der Jury. Dass sie industriell gefertigt ist, entgeht Ihren aufmerksamen Gästen vermutlich nicht. Von der Jury gelobt wurde jedenfalls die Porung des Teiges – die auch der Hersteller selbst hervorhebt – und, dass die Pizza bis zum Rand reichlich mit Sauce und Käse bedeckt ist.

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O-sole-mio Pizza Margherita

Bezug: In Kärnten ab Werk oder per Direktzustellung; sonst über Vertriebspartner oder im Großhandel bei Kastner
Liefereinheit und Preis: Kartons á 6 Stück, einzeln verpackt. Preis je nach Pizza zwischen € 3,22 und € 3,87 pro Stück
Das sagt der Hersteller: „Die Pizza besticht mit dünnem Pizzaboden italienischer Art und knusprigem Rand, der schön aufgeht. Dabei schmeckt die Pizza wie handgemacht – weil sie handgemacht ist: ausschließlich aus österreichischen bzw. europäischen Produkten und Rohstoffen. Unsere Produktpalette umfasst alle klassischen Pizzasorten, wie Margherita, Diavolo, Prosciutto und viele mehr!“
Zubereitung lt. Hersteller: im Pizzaofen, Konvektomaten oder eigenem O-sole-mio Ofen für 7-8 Minuten
Test-Fazit: Falls es Ihr Ziel ist, Ihre Gäste an der Nase herum zu führen: mit dieser Pizza könnte es gelingen – die Pizza Margherita von O-sole-mio geht nämlich einwandfrei als „hausgemacht“ durch! Besonders schön finden die Tester, dass die Pizza große Blasen wirft, der Teig dabei gleichzeitig recht dünn und der Käse schön gebräunt ist und kräftig schmeckt. Der Rand ist knusprig und gleichzeitig locker. Wäre das Käse-Sauce-Verhältnis noch etwas ausgeglichener, wäre diese Convenience Pizza eindeutig perfekt!

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Pizza Margherita von bindi

Bezug: Im C+C sowie dem Fachgroßhandel,
nicht im Einzelhandel!
Liefereinheit und Preis: Kartons mit je acht Pizzen à 400 g
zu einem durchschnittlichen Stückpreis von ca. 2,80 €
Das sagt der Hersteller: „Mit Antica Pizzeria bieten wir Pizzen in handwerklicher Qualität aus Venedig, Norditalien, halb vorgebacken und tiefgekühlt an. Unser Pizzaboden wird aus sechs verschiedenen Mehlen zubereitet und ist deshalb besonders saftig und die Krume schön kross. Das Tomaten-Sugo entspricht der authentisch italienischen Rezeptur aus Norditalien und getoppt wird unsere Margherita mit frisch geriebenem Mozzarella. Alle Zutaten sind vollkommen frei von Zusatzstoffen oder Aromen und somit 100 Prozent Clean Label.“
Zubereitung lt. Hersteller: Nach kurzer Antauzeit bei Raumtemperatur ist die Pizza im Ofen bei mind. 250 °C
(egal ob Ober-/Unterhitze, Heißluft, Konvektomaten oder Pizzaofen) in nur 4 Minuten fertig.
Test-Fazit: Testsieger in puncto Konsistenz! Der Teig ist perfekt dünn und knusprig, ohne dass die Pizza trocken schmeckt. Eindeutig im Vordergrund steht bei diesem Produkt der Käse, der anhand der „Käsefäden“ als Mozzarella identifiziert wird und auch vom Aroma her gut punkten kann. Die Tomatensauce hingegen geht geschmacklich leider ein wenig unter, hat außerdem eine eigenwillige orange-rote Farbe und könnte ruhig etwas dicker aufgetragen sein.

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Pizza&Baguette  - Premium Margherita

Bezug: Über Großhändler wie Metro oder Wedl sowie bei diversen Eskimo Partnern oder direkt über Vertriebspartner
Liefereinheit und Preis: 10 Stück á 480 g pro Karton
um € 3,65 netto
Das sagt der Hersteller: „Unsere Frischteig-Pizzen sind Qualitätsprodukte ohne Kompromisse, mit ausgesuchten, hochwertigen und Gentechnik-freien Zutaten, von Hand belegt – und natürlich gänzlich ohne Zugabe von Farbstoffen, Geschmacksverstärkern oder Konservierungsstoffen. Weiters sind wir der erste zertifizierte Tiefkühlpizza-Produzent weltweit, welcher sein gesamtes Sortiment zu 100 Prozent Gentechnik-frei produziert. Nachhaltigkeit wir bei P & B großgeschrieben, neben der Zertifizierung Ohne Gen, sind wir MSC zertifiziert und auch gänzlich frei von Palmöl.“
Zubereitung lt. Hersteller: Am besten im zur Verfügung gestellten digitalen Pizzaofen bei immer gleichbleibendem Backergebnis in siebeneinhalb Minuten.
Test-Fazit: Diese Pizza ist ein echter Hingucker: Italien auf dem Teller – mit knallig roter Tomatensauce, weißem Mozzarella-Käse und (frischen) grünen Kräutern. Nur die Cherrytomaten-Scheiben als hübscher Eyecatcher auf der Pizza lassen die Wogen am Jury-Tisch kurz hochgehen: zählt das denn jetzt noch als Margherita? Unabhängig davon ist die relativ kleine Pizza gut belegt, die Sauce tomatig-süßlich und der Rand schön knusprig. Wirklich gut!

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